Pandinus imperator (C. L. Koch, 1841)

Bei Pandinus imperator handelt es sich wahrscheinlich um den am meisten in der Terraristik verbreiteten Skorpion . Die aus Westafrika stammenden als "Kaiserskorpion" bekannten Tiere sind gerade durch ihr friedliches Verhalten untereinander bekannt. 1841 wurden die Tiere von Koch als Buthus imperator beschrieben. Die bis zu 20cm groß werdenden Tiere gehören zu einer der wenigen Skorpionarten die im Washingtoner Artenschutzabkommen unter Anhang B geführt werden, die Tiere sind somit Nachweispflichtig. In Deutschland sind aber Wirbellose von der Meldepflicht ausgenommen.

Pandinus imperator juvenil

Die Tiere sind einfarbig lackschwarz glänzend gefärbt. Die Pleuralmembran ist dunkelgrau. Der Manus der Tiere ist in beiden Geschlechtern sehr massiv und stark granuliert. Das Telson der Tiere ist im Adultstadium rot gefärbt, bei Jungtieren eher gelblich bis weiß. Als Verbreitungsgebiet geben Stockmann und Ythier (2010) Burkina Faso, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Ghana, Gabun, Guinea, Äquatorialguinea, Guinea-Bissau, Nigeria und Togo an. Dies deckt sich zum Teil auch mit einem weiteren Vertreter der Gattung - Pandinus dictator (Pocock, 1888), welche sich auch äußerlich kaum unterscheiden.

Pandinus imperator adult - Schön roter Telson

Es gibt zwei Formen, welche sich hauptsächlich in ihrer Größe unterscheiden. Die in der Terraristik stark verbreitete sogenannte Savannenform, welche in den Feuchtsavannen Westafrikas beheimatet ist, und die sogenannte Waldform, welche die Tiere aus den Savannen an Größe um einiges übersteigt.

Pandinus imperator Wald und Savannenform

Da die Tiere nur Feuchtsavannen und Waldgebiete Afrikas und keine dauerfeuchten Regenwälder bewohnen, ist es wichtig darauf zu achten, dass zwar eine gewisse Feuchtigkeit vorhanden ist, aber diese nicht in einer Staunässe endet. Durch die dunkle Färbung ist die ,oft durch zu viel Feuchtigkeit ausgelöste, sogenannte Mykose nur sehr schwer zu erkennen, und somit auch die Gefahr groß, dass die Tiere daran verenden bevor man darauf reagieren kann.

Ich Pflege die Tiere zusammen in einer kleinen Gruppe in einem bepflanzten Becken. Als Bodengrund dient eine Mischung aus lehmhaltiger Erde und Sand. Der Bodengrund ist verschieden hoch eingebracht und mit ein paar vorgegrabenen Höhlen versehen. Als "Höhlendach" dient ein Stück Rinde oder Presskork, um zu vermeiden, dass der Unterschlupf einstürzt. Das ganze gibt aber noch die Möglichkeit das die Tiere sich ihr Versteck nach belieben erweitern können. Durch regelmäßiges Sprühen sorge ich dafür, dass eine passende Luftfeuchtigkeit herrscht. Die Temperatur im Terrarium beträgt zwischen 26° und 30° Celsius. Die Tiere nehmen als Futter die gewöhnlichen Tiere wie Grillen, Schaben und Heuschrecken an.

Terrarium - Pandinus imperator

Literatur:

Holstein, J. Wendt, I. & Rossia, A.2017.:The emperor is back! Rediscovery and redescription of the holotype of Pandinus imperator(SCORPIONES: SCORPIONIDAE). Arachnologische Mitteilungen54:44-47  <<Link>>

Prendini, Lorenzo 2016.:Redefinition and systematic revision of the East African scorpion genus Pandinoides (Scorpiones, Scorpionidae) with critique of the taxonomy of Pandinus, sensu lato. (Bulletin of the American Museum of Natural History, no. 407)   <<Link>>

Rossi, A.2014a:Notes on the distribution of Pandinus (Pandinus) Thorell, 1876 and Pandinus (Pandinurus) Fet, 1997 with the descriptions of two new species from Central African Republic and Djibouti (Scorpiones: Scorpionidae). Onychium 10:
10–31.

Rossi, A. 2015a. Sui sottogeneri di Pandinus Thorell, 1876 con revisione del genere Pandinurus Fet, 1997 stat. n. e descrizione di sette nuove specie e tre nuovi sottogeneri (Scorpiones: Scorpionidae). Onychium 11: 10–66.

Rossi, A. 2015c. Una revision preliminare del genere Pandinus Thorell, 1876 con la descrizione du un nuovo sottogenere e due nuove specie dall’Etiopia (Scorpiones, Scorpionidae). Arachnida 3: 37–52.

Pandinoides cavimanus (Pocock, 1888)

Bei Pandinoides cavimanus handelt es sich um einen großen ostafrikanischen Vertreter der Familie Scorpionidae. Laut Stockmann und Ythier erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Tiere über Tanzania, Somalia, Kenya und die Demokratischen Republik Kongo. Die bis zu 12cm langen Tiere zeigen im Adultstadium einen eindeutigen äußeren Geschlechtsdimorphismus, der sich darin zeigt, dass die Männchen einen glatten Manus mit einer stark ausgeprägten Delle besitzen. Der Manus der Weibchen ist stärker granuliert und besitzt einen deutlich abgesetzten Zahn.

 Pandinus cavimanus

Von der Färbung sind verschiedene Varianten bekannt, so gibt es Tiere mit bräunlichen Beinen, Tiere mit dunklerem rötlichen Manus, und Tiere bei denen der Bereich um die Medianaugen rotbräunlich gefärbt ist. Die Pleuralmembran ist grau. Die Tiere aus der Region von Dar es Salam aus Tansania weisen beispielsweise  eine derartige Färbung auf.

Pandinus cavimanus

Aus Somalia sind Tiere bekannt die ein deutlich helleres Rot aufweisen. Leider habe ich von den Tieren keine Bilder, da meine Tiere vor einigen Jahren verstorben sind. Das Telson ist bei beiden Varianten im selben Rotton wie die Beine und der Manus gefärbt. Da kürzlich von Prendini in seiner Arbeit aber der Artstatus von Pandinoides militaris sowie eine weitere Pandinoides art beschrieben wurde ist zu prüfen ob es sich bei den Tieren aus Somalia wirklich um Pandinoides cavimanus gehandelt hat.

Im Gegensatz zu seinen westafrikanischen Verwandten, wie beispielsweise Pandinus Imperator (C. L. Koch, 1841) , zeigt Pandinoides cavimanus deutliche innerartliche Aggressionen und die Tiere können nicht wie häufig gerade von Händlern angegeben in Gruppen gehalten werden. Die Tiere sollten also strickt einzeln gehalten werden, da sonst mit Verlusten zu rechnen ist. Eine gezielte Paarung der Tiere ist hiervon natürlich ausgenommen.

Pandinus cavimanus

Die Tiere kommen aus Feuchtsavannen, ich biete ihnen desehalb einige Zentimeter grabfähigen Bodengrund aus einer Mischung von Sand, Lehm und Erde an. Ich arbeite denTieren eine Höhle vor, die sie bei Bedarf noch ausbauen können. Dafür benutze ich Stücke aus Presskork oder Rinde das ich noch mit Erde bedecke und nach unten hin ausbaufähig ist. Regelmäßiges Sprühen sowie Pflanzen im Becken sorgen dafür, dass die Tiere eine ausreichende Luftfeuchtigkeit haben, dabei ist aber unbedingt zu beachten, dass die Tiere aus der Feuchtsavanne kommen, welche auch ab und an mal trockener werden kann, und nicht wie im immerfeuchten Regenwald dauerhaft 100% Luftfeuchtigkeit aufweist. Wenn die Tiere dauerhaft zu Feucht gehalten werden kann es schnell zu Mykose kommen, was gerade durch die dunkle Färbung nicht sofort zu sehen ist.

Becken             

Literatur:

Prendini, Lorenzo 2016.:Redefinition and systematic revision of the East African scorpion genus Pandinoides (Scorpiones, Scorpionidae) with critique of the taxonomy of Pandinus, sensu lato. (Bulletin of the American Museum of Natural History, no. 407)   <<Link>>

Rossi, A.2014a:Notes on the distribution of Pandinus (Pandinus) Thorell, 1876 and Pandinus (Pandinurus) Fet, 1997 with the descriptions of two new species from Central African Republic and Djibouti (Scorpiones: Scorpionidae). Onychium 10:
10–31.

Rossi, A. 2015a. Sui sottogeneri di Pandinus Thorell, 1876 con revisione del genere Pandinurus Fet, 1997 stat. n. e descrizione di sette nuove specie e tre nuovi sottogeneri (Scorpiones: Scorpionidae). Onychium 11: 10–66.

Rossi, A. 2015c. Una revision preliminare del genere Pandinus Thorell, 1876 con la descrizione du un nuovo sottogenere e due nuove specie dall’Etiopia (Scorpiones, Scorpionidae). Arachnida 3: 37–52.

Stockmann, R. Ythier, E. 2010.: SCORPIONS OF THE WORLD.