Babycurus jacksoni (Pocock, 1890)

Anhand eines einzelnen Weibchens, welches von F. J. Jackson in der Region Taveita nähe des Kilimanjaro gefunden wurde, beschrieb R. I. Pocok 1890 Rhoptrurus jacksoni. Später wurden die Tiere dann als Babycurus (Rhoptrurus) jacksoni revidiert. Das Typusexemplar ist im British Museum of Natural History hinterlegt. Babycurus jacksoni "Big" Männchen

Laut Kovarík 2000 erstreckt sich das Verbreitungsgebiet über Kenia, Tanzania und Uganda. Stockmann und Ythier geben zusätzlich noch Kamerun und Kongo als Verbreitungsgebiet an.

Es sind verschiedene Morphen der Tiere verbreitet. Neben den recht einheitlich dunklen Tieren die als Babycurus jacksoni "chocolate" verbreitet sind,gibt es noch 2 unterschiedliche Formen an "normal" gefärbten Tieren, welche sich durch verschieden dicke Metasomas unterscheiden. Die Tiere welche in meinem Bestand als Babycurus jacksoni "Big" geführt werden, stammen aus der Region von Dar es Salam in Tanzania. Die Tiere werden etwas größer als die weitläufig verbreiteten Tiere, und haben im männlichen Geschlecht ein deutlich dicker ausgeprägtes Metasoma. Das Telson aller Variationen besitzt einen eindeutigen Subaculearstachel (siehe Bild weiter unten). Alle variationen haben eine dunkle Umrandung um die Medianaugen, sowie dunkel gefärbte Finger.

Babycurus jacksoni "chocolate" Weibchen

Odonturus dentatus Karsch, 1879 wird recht häufig mit Babycurus jacksoni verwechselt, die Tiere unterscheiden sich aber recht eindeutig, da bei Babycurus jacksoni, der Sporn an der Tibiaunterseite nur an Beinpaar IV vorhanden ist, bei Odonturus dentatus jedoch an der Tibiaunterseite von Beinpaar III und Beinpaar IV zu finden ist.

Babycurus jacksoni juvenil

Im Adultstadium haben die Tiere einen eindeutigen äußeren Geschlechtsdimorphismus, der sich darin zeigt, dass die Männchen einen ausgeprägten Manus (sogenannte Boxerhandschuhe) und eine stärkere Granulierung des Metasomas besitzen. Bei den Tieren die ich als Babycurus jacksoni "big" führe, haben die Männchen ein stark verdicktes Metasoma.

Dank ihres recht ruhigen Gemütes ist es problemlos möglich, mehrere Tiere zusammen in einem Terrarium zu halten. Lediglich nach Häutungen kann es zu ausfällen kommen. Außerhalb von Häutungen wäre mir diesbezüglich nichts bekannt. Die Tiere verfügen über die Möglichkeit das Sperma zu speichern und können so nach einer Verpaarung mehrere Würfe zur Welt bringen. Kovarik (2000) gibt an, dass die untersuchten Tiere zwischen 18 und 24 Kammzähne besitzen.

Babycurus jacksoni "chocolate" Männchen

Da die Tiere aus humiden Ecken kommen, ist ein regelmäßiges Wässern der Haltungsbecken erforlderlich, Temperaturmäßig halte ich meine Tiere nicht so warm, eine etwas erhöhte Zimmertemperatur um die 26° Celsius sollte den Tieren reichen. Wenn man mit dem Handling der Tiere etwas aufpasst, sind es durchaus einfach zu pflegende humide Skorpione, die einem auch ohne viel Aufwand mit Nachwuchs beglücken.

 Babycurus jacksoni mit junge

Babycurus jacksoni "Big" Weibchen

subaculear Stachel

Literatur:

Stockmann, R. Ythier, E. 2010.: SCORPIONS OF THE WORLD.

Kovarík, F. 2000.: Revision of Babycurus with descriptions of three new species (Scorpiones:Buthidae). Acta Soc. Zool. Bohem. 64: 235-265.

Centruroides infamatus (C. L. Koch, 1844)

 

Centruroides infamatus ist ein orange-braun gefärbter und bis zu 60mm großer Skorpion der in Steppengebieten und Halbwüsten Mexikos beheimatet ist.

C. infamatus 1.0 adult

 

Diese Skorpione leben in kleinen Mulden unter Steinen oder Rindenstücken.

Allerdings findet man sie auch zum Teil an höher gelegenen Orten wie z.B. Bäumen.

Centruroides infamatus ist ein sozialer Skorpion welcher sich gut in kleineren Gruppen halten lässt. In einem Terrarium mit den Maßen 30x30x30 (LxBxH) kann man bis zu 5 Tiere halten. Jedoch sollte die Anzahl der Weibchen stets höher sein als die Anzahl der Kerle. 

Die Temperatur sollte bei 30°C bis lokal max. 35°C liegen.

Eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 50% erreicht man durch wöchentliches befüllen der Wasserschale. 

Im Terrarium bietet man den Tieren viele versteck und Klettermöglichkeiten in Form von Kork-Rindenstücken an. Ebenso bietet es sich an Sukkulenten mit einzubringen. 

Das Geschlecht der Tiere erkennt man nach der Adulthäutung. Wie alle Centruroides sp. haben 1.0 längere Metasomasegmente als 0.1.

(siehe Steckbrief Centruroides nigrescens)

weitere Bilder:


Exuvien i2 - adult bei 1.0 auf Millimeterpapier (von rechts nach links)

Exuvie C. infamatus 1.0

C. infamatus 1.0 nach der Adulthäutung

C. infamatus 0.0.1 i2

 

Bilder und Texte, soweit nicht anders erwähnt

© Markus Ritz

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Orthochirus innesi Simon, 1910

 

 

Orthochirus innesi ist ein bis zu 35mm großer Skorpion welcher im gesamten nahen Osten heimisch ist. 

Orthochirus innesi 0.1 adult

Dort bewohnt er Geröllwüsten und Steppengebiete. In dem lehmhaltigen Boden gräbt er lange Tunnelsysteme. 

Er ist glänzend schwarz gefärbt und die Pedipalpen und Laufbeine sind gelb abgesetzt. 

Orthochirus innesi 0.1 adult

Bei Störung verhält er sich defensiv und zieht sich bei zurück oder bleibt ruhig sitzen.

Orthochirus innesi ist ein sozialer Skorpion welcher sich sehr gut in großen Gruppen halten lässt. 

Für 1.1 habe ich damals ein Terrarium mit den Maßen 15x15x20 (LxBxH in cm) gewählt. 

Eine Temperatur von etwa 30°C ist ausreichend. Für die nötige Luftfeuchtigkeit von 40%-50% befeuchtet man ein mal die Woche eine Ecke des Terrarium.

Jungtiere (bis instar 4) sollte man allerdings separat aufziehen da es durch Kannibalismus während der Häutungsphasen und durch Übergriffe der adulten Tiere sehr schnell zu Verlusten kommt.

Nach der Verpaarung wirft das Weibchen nach etwa 6 Monaten bis zu 15 Jungtiere.

Das Geschlecht erkennt man anhand der Anzahl der Kammzähne. 

bei 1.0 sind es 18 – 19 und bei 0.1 15 - 16

Im direkten Vergleich erkennt man, dass Weibchen deutlich größer sind als Kerle.

Orthochirus innesi 1.1 adult

 

weitere Bilder:

Orthochirus innesi 1.0 adult unter UV Licht

 Orthochirus innesi 0.0.1 i2

 

Bilder und Texte, soweit nicht anders erwähnt

© Markus Ritz

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Parabuthus transvaalicus Purcell, 1899

Parabuthus transvaalicus (PURCELL, 1899) ist ein in Südafrika vorkommender dunkelbraun- bis schwarz gefärbter Skorpion. Die Pedipalpen und Laufbeine sind gelblich bis hellbraun abgesetzt.

Parabuthus transvaalicus erreicht in seltenen Fällen eine Größe von bis zu 15cm.

Häufiger anzutreffen sind Exemplare zwischen 7-10cm.

Parabuthus transvaalicus 1.0 / adult

Beim Umgang sollte man besondere Vorsicht walten lassen, da Parabuthus transvaalicus mit einem LD50 Wert von 4,25mg/kg zu den hochgiftigen Skorpionen gehört.

Bei zu starker Reizung, kann das Gift auch verschleudert werden.

Parabuthus transvaalicus bewohnt Steppengebiete und Halbwüsten wo er sich weitläufige Tunnel- und Höhlensysteme in dem teils feuchten und lehmhaltigen Boden anlegt. 

Gehalten werden kann Parabuthus transvaalicus paarweise oder in Gruppen solange das Platz- und Futterangebot ausreichend ist.

Für 1.1 empfehle ich eine Terrariengröße von mindestens 40x30x30 (LxBxH).

Allerdings ist es ratsamer das natürliche Grabverhalten zu unterstützen, in dem man ein höheres Terrarium mit einem höheren Steg wählt. So kann der Lehmhaltige Bodengrund bis auf 20cm aufgefüllt werden. 

Ein Temperaturgefälle von 35°C bis 25°C sollte im Terrarium vorliegen. Das wird erreicht, in dem nur auf eine Seite ein Halogenspot angebracht wird.

Um eine Luftfeuchtigkeit von 40-60% zu erreichen, befüllt man den bereitgestellten Wassernapf einmal die Woche und lässt ihn etwas überlaufen.

Gefressen wird alles was überwältigt werden kann. 

Das Geschlecht erkennt man bei adulten Tieren anhand der kräftigen (1.0) oder schmalen (0.1) Pedipalpen und bei Tieren jedes instars anhand der PML (Proximale Mediale Lamelle).

1.0

Pecten 1.0

 0.1

Pecten 0.1

 

Nach erfolgreicher Paarung, wirft das Weibchen nach 5-12 Monaten bis zu 120 Jungtiere.

Diese sollten aufgrund von Kannibalismus während der Häutungsphasen separiert aufgezogen werden.

Paarungsvideo: 

http://www.youtube.com/watch?v=MqJZx0tRhy8

0.1 P. transvaalicus + NZ 1. instar

 

0.0.1 P. transvaalicus 2. instar

 

Bilder, Video und Texte, soweit nicht anders erwähnt

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